Die Lesung, das Essen und das Küren eines Siegers im Blitzklitzekleinstschreibwettebewerb
Bei frühlingshaften Temperaturen traf am Sonntag auch unser Horst-Dieter mit seiner Rosi am 42erStand ein und bereicherte die Auslage mit seinen breitgefächerten Büchern. Der Vorstand a.D. bzw. Ade war vollzählig und frönte einem Frühstück, bestückt mit bestem Landfrauenkuchen. Die Kuchentheke ist einer der Höhepunkte in Stockstadt!
Lesung im Doppelpack auf der kleinsten Bühne der Messe
Um 13.30 Uhr starteten Horst-Dieter und ich unsere Lesung im Doppelpack in der Bibliothek im Nachbargebäude. Die Location ist sehr gemütlich mit einem Sofa ausgestattet und Stühle sind neben den Regalen aufgestellt. Die Lesenden wiederum sitzen an dem Tisch, an dem 5 Minuten vorher die Bibliotheksleiterin einem kleinen Jungen noch ein Buch ausgeliehen und, ja, abgestempelt hat. Alles Handarbeit.
Unsere Romangeschichten, die beide im zweiten Weltkrieg und Nachkriegsdeutschland verankert sind, lauschten in Wohnzimmeratmosphäre interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer. Horst-Dieter brillierte dabei mit einer Erzählung, wo das „Meisje so lecker war wie der Hering“. Damit war eine Frau gemeint und es sorgte für Schmunzeln und Nachfragen zur politischen Situation um 1954.
Die Preisverleihung des Blitzkleinstschreibwettebewerb
Im Laufe des Tages haben wir aus den wunderbaren Postkartengeschichten unseres Schreibimpulses einen Sieger gekürt, der uns am besten gefallen hat. Wohlgemerkt gefallen hat, es ist immer eine Geschmacksache!
Andreas Obster hat mit seinem lyrischen Text „Für den Winter“ zu Andrea Interschicks Gemälde „Heimatland“ alle vier Jurymitglieder überzeugt und damit unser Jubiläumsbuch gewonnen. Der Sieger, der auch im großen Stockstädter Wettebewerb einen Förderpreis erhalten hatte, wurde gleich verständigt und er hat uns sofort seinen Namen verraten und sein Gedicht abgetippt geschickt:
Für den Winter
Kleine Pfoten scharren im Gold der Erdenruhe
Sammeln Nüsse für die flinken Schatten
Für das rote Zittern im Geäst
Familienzeit
Ein Pakt gegen den Frost
Geschlossen in der dünnen, klaren Morgenluft
In den Zweigen ein nervöses Spiel
Herzschläge
In Meisenfedern gehüllt
Flattern gegen das bleierne Licht
Die Sonnenstrahlen sind jetzt Gäste
Im ausklingenden Sommer
Blass und ohne Wärme
Unter dem Friedenshimmel
Ein neues Geräusch, das den Boden bricht
Kein Donner, kein Wind
Ein Grollen, aus Eisen gewachsen
Panzer mahlen die Stille zu Staub
Vorbei an den Wintervorräten
Durch die kühle Haut der Welt
Für das Übermorgen
Für den Winter
Ohne Morgen?
Andreas Obster
Die Titel weiterer Favoriten waren, (die Namen sind nicht bekannt) und damit Platz Nummer zwei und drei:
Der Heimatbaum: So hochgewachsen steht er…
Im Wald bin ich dem Meer begegnet …
Vielen Dank an alle für Eure Teilnahme, Eure Texte waren für uns eine Freude und Geschenk.
Um 17 Uhr gab es den Schlussgong und wir strömten mit allen Ausstellern erschöpft, aber bereichert mit vielen tollen Erlebnissen und Bereicherung unseres Geschichtenfundus in die Sonne. Geschichten leben von Erlebnissen und Begegnungen, die spürbar sind! Es war wunmderbar!
Ulrike Sabine Maier








